studio aphorisma

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Kursprogramm 2014

Webkurse
Text – Textil – Textur
Das Gewebe als Text


In diesem Kurs befassen wir uns beim Entwerfen und Gestalten am Webstuhl mit dem Zusammenhang zwischen Erzählung und Gewebe.
Die enge Verbindung von Text und Textil findet sich bereits in einer der ältesten Metaphern, in der die Gedanken einem Faden gleichgesetzt werden, eine erzählende Person Fäden spinnt und der wahre Erzähler ein Gewebe wirkt. Die Begriffe Textil und Text haben sich beide aus dem lateinischen texere (weben, kunstvoll zusammenfügen) entwickelt. Das daraus entstandene textus bedeutet sowohl ‚Gewebe’ wie auch ‚Gewebe der Rede’. Das Wort Textur entstammt ebenfalls dieser Wurzel. Es bezeichnet die Beschaffenheit eines Gefüges und lässt sich auch auf die Handlung oder den roten Faden einer Erzählung anwenden. Das Textus-Gewebe entsteht folglich aus einem Faden, der eine Struktur bildet, in deren System Kette und Eintrag, Schrift und Gewebe eng miteinander verflochten sind.
Ausgehend von Überlegungen zu Form, Material, Ablauf, Idee und Abstraktion werden in diesem Kurs alle Teilnehmenden ihre eigene gewebte Geschichte gestalten. Sie lernen Strukturen entwerfen und die für ihr Projekt geeigneten Materialien, Techniken und Bindungen wählen. Sie haben die Möglichkeit, am Webstuhl zu experimentieren und zu entdecken wie sich ihre Entwürfe am besten in ausdrucksstarke Gewebe umsetzen lassen. Die Kursleitenden unterstützen sie dabei individuell. Im Atelier stehen den Teilnehmenden zudem alle erforderlichen Mittel und Materialien für die Gestaltung ihres ‚Textus’ zur Verfügung.

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Kunstkurse
Malerei – Text – Textur
Der Text als Bild


Mit diesem Kurs möchten wir den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, sich umfassende technisch-praktische Erfahrungen anzueignen und beim künstlerischen Gestalten - ausgehend vom Thema - Formen von ‚handelndem Denken’ zu entwickeln.
Seit Beginn sind Malerei und Schrift eng miteinander verknüpft. Schon im Alten Rom hatte Horaz mit dem Ausspruch ‚ut pictura poiesis’ (die Malerei ist wie die Poesie) die Beziehung zwischen Malerei und geschriebenem Text hergestellt. In der Kunst der Moderne war die Verwendung der Schrift eine Charakteristik vieler Werke und seit 1967, als Sol LeWitt zusammen mit anderen den Begriff ‚Conceptual Art’ prägte, repräsentiert die auf Text basierende Arbeit eine grundlegende Richtung eines Grossteils der künstlerischen Recherche in der zeitgenössischen Kunst.
Beim diesjährigen Kurs befassen wir uns folglich mit jenem Bereich der Malerei, in dem der geschriebene Text seine aus Wörtern gebildete Identität verliert und zur ‚textuellen Malerei’ wird. Die Teilnehmenden werden unter der Anleitung von Nicola Sansò beim Experimentieren mit Materialien, Maltechniken, Schrift und Fotografie ihre individuelle Brücke zwischen Text und Bild schlagen können und dabei Collagen, komplexe Textureffekte und Bilder gestalten.
Durch das Zusammenstellen von Skizzen, Entwürfen, Texten, Proben, Ideen etc. kann zum Abschluss der Entstehungsprozess der einzelnen Werke nachvollziehbar dokumentiert werden.

Themen
- Ausdruck durch Schriftzeichen
- Übergang vom Text zum textuellen Bild
- Reproduzierbarkeit und modulare Wiederholung der Zeichen zur Gestaltung von Texturen

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